okaj Zürich (Hrsg.). Zürich: Orell Füssli, 2010 (3. Auflage).

Auch in der dritten Auflage ein unentbehrliches Hilfsmittel zum Umgang mit Rechtsfragen in derKinder- und Jugendarbeit.
Rechtskenntnisse gehören nach meiner Erfahrung nicht zu den Stärken der meisten Personen, die in der Jugendarbeit engagiert sind. Selbstverständlich ist die Juristerei auch nicht der Hauptinhalt unseres Berufes. Trotzdem grenzt es teilweise an Naivität, wie sorglos Berufsleute und Ehrenamtliche mit Haftungsfragen, Urheberrecht oder Hausordnungen umgehen oder wie hartnäckig einige ehrenamtliche Vereinsvorstände das Arbeitsrecht im Umgang mit ihren angestellen Mitarbeitern ignorieren.
Zum Glück gibt es schon seit Jahren eine praktische Hilfe bei Rechtsfragen, die speziell auf die Jugendarbeit zugeschnitten ist. Nun liegt sie in der dritten Auflage vor. Im Vergleich zur zweiten Auflage fällt vor allem die edlere Ausstattung des Buches auf. Das Buch ist gebunden statt broschiert, typografisch ansprechender gesetzt und mit einigen auflockernden Karrikaturen versehen worden. Inhaltlich sind nur wenige Änderungen auszumachen, unter anderem bei den Themen "Ausgangssperre", "Littering" und "neues Jugendstrafrecht" . Hinzugekommen ist ein Kapitel zum Thema "Subventionen".
Inhalt
Wie findet man juristische Informationen? - 1. Treff, Lager und Reisen - 2. Veranstaltungen - 3. Internet und Recht - 4. Rechte und Pflichten von Kindern und Jugendlichen - 5. Strafrecht - 6. Arbeit und Arbeitslosigkeit - 7. Ausländer- und Asylrecht - 8. Dienstpflicht - 9. Subventionen
Die einzelnen Kapitel behandeln alle wichtigen Rechtsfragen, denen ein Jugendarbeiter, eine Jugendarbeiterin während der Arbeit begegnet: Haftungsfragen, Hausverbot, Aufsichtspflicht usw. usw. Die Texte sind für Nichtjuristen gut verständlich verfasst und wo nötig auch mit Beispielen versehen.
Erfreulich: Das in der 2. Auflage unübersichtliche Inhaltsverzeichnis wurde neu gestaltet und durch den neuen Schriftsatz ist das Buch lesefreundlicher geworden.
Lobenswert: Die stabile Ausstattung als gebundenes Buch macht Freude.
Überflüssig: Das Geleitwort einer Bundesrätin braucht es in einem Buch, das schon durch seinen kompetenten Inhalt überzeugt nun wirklich nicht!
Nett (aber eigentlich ebenfalls überflüssig): Die Karrikaturen ... bei einigen von ihnen suche ich auch nach Stunden immer noch nach der Pointe ...
Das Buch ist ein Muss für jeden Gruppenleiter und jede Gruppenleiterin. Wer das Buch noch nicht besitzt, hat entweder einen Vater, der Anwalt ist oder outet sich als unprofessionelle Jugendarbeits-Banause! Sofort Kaufen!
Peter Marti, Juni 2010.