Ruth Zumbühl-Allemann. Gisela Bürgler. Luzern: rex verlag, 2008 (2. Auflage).

Was soll man bei einem solchen Buch anderes sagen als: "Schlichtweg unverzichtbar!"
Mit "Hot Pot" hat der Luzerner rex verlag wieder einmal ein Buch herausgegeben, das keine Wünsche offen lässt. "Hot Pot" hat das Potential, neben dem legendären "Kennen und Können" und dem "Kick-Lagerhausverzeichnis" zum dritten für die Leiterbibliothek unverzichtbaren Werk aus dem rex verlag zu werden.
Die Autorinnen von "Hot Pot" verstehen das Kochen im Ferienlager als soziales Erlebnis. Gesund und saisongerecht soll die Verpflegung zwar sein, doch die Hauptsache sei, dass das Kochen und Essen Kindern, Leiterinnen und Leitern Spass mache. Dieses Credo zieht sich durch das ganze Buch und zeigt sich unter anderem in der Beschreibung dessen, was die wichtigste Aufgabe für die küchenverantwortliche Person im Ferienlager sei. Nicht etwa, wie man denken könnte, jeden Tag rechtzeitig ein nahrhaftes Essen zu garantieren. Nein: Wichtigste Aufgabe ist es, den Kindern eine positive Kocherfahrung zu vermitteln. Dies gelingt unter anderem dadurch, dass den Kindern die richtigen für sie erfüllbaren Aufgaben zugeteilt werden. Und natürlich dadurch, dass Menüs gekocht werden, die den Kindern schmecken und gemeinsam gekocht worden sind.
Inhalt
Kochen im Freien: Grundsätzliches, Kochtipps, Küchenlatein
Rezepte: Frühstück, Zwischenmahlzeit, Lunch, Getränke, Kalte Küche, von der Feuerstelle, aus dem Kochtopf, aus dem Backofen, Süsses
Anhang: Menümodul, Dolmetscher, Stichwortverzeichnis
In einem Einleitungsteil informieren die beiden Autorinnen über das Bauen einer Kochstelle im Freien, Material, saisongerechtes Einkaufen, Küchenlatein, Kochtipps und Unfallverhütung. Diese Kapitel sind sehr informativ und tragen dazu bei, das Kochen im Ferienlager zu einem guten Erlebnis werden zu lassen. Die Rezepte im zweiten Teil sind gut verständlich beschrieben und übersichtlich dargestellt. Dem Rezensierenden hat die Mengenberechnung für 8 Personen gut gefallen, denn halbiert man die angegebenen Mengen, hat man ein Rezept für die Familie, multipliziert man sie mit drei, hat man das Rezept für eine Schulklasse. Vom Frühstück über warme und kalte Küche bis zum Dessert oder Lunch ist für jede Gelegenheit ein Rezept zu finden. Besonders gefallen hat dem Rezensierenden das Kapitel "Menümodul", das Mahlzeiten für thematische Anlässe zusammenstellt. So werden unter anderem Kochvorschläge für Themen wie "Südamerika", "Schweiz", "Mittelalter", "Indianer" oder "Raumschiff" gemacht.
Bereits von der Aufmachung her präsentiert sich "Hot Pot" ansprechend. Die fröhlichen Fotos der Untersiggenthaler 5. Klässler, aber auch die übersichtliche typographische Gestaltung laden zum Arbeiten mit dem Buch ein. Selbstverständlich ist das Buch, wie es sich für ein Kochbuch gehört, mit praktischer Ringbindung ausgestattet. So spart man sich, klebrige Kochlöffel zwischen die Seiten zu klemmen.
Das Buch ist speziell für das Kochen im Freien, also auf einer Feuerstelle, geschrieben worden und sammelt Rezepte, die dafür geeignet sind. Bestimmt ist es nicht gewagt, die Prognose zu stellen, dass "Hot Pot" sich auch zum Standardwerk für Ferienlager im Haus entwickeln wird, denn die Menübeschreibungen lassen sich dort ja ebenfalls umsetzen. Vielleicht animiert das Buch aber Leiterteams von Hauslagern, sich an einem Tag draussen im Wald eine Kochstelle zu bauen und das Tagesmenü im Freien zuzubereiten. Ein ganz anderes Kocherlebnis ist garantiert und die Menüwahl muss darunter auf keinen Fall leiden.
Nach dieser Lobeshymne auf ein Buch, das eine solche wirklich verdient hat, noch eine kleine Unsicherheit unsererseits betreffend die 29 zusätzlichen Rezepte, die nicht im Buch veröffentlicht worden sind, aber im Internet auf der Site von rex-buch.ch heruntergeladen werden können. Was ist der Grund für diese Publikation? Ist es eine Konzession an den Umfang (und Preis) des Buches, dass der Gurkensalat ins Internet verbannt wurde und im Buch keinen Platz gefunden hat? Oder handelt es sich um eine Werbeaktion zur Bekanntmachung der verlagseigenen Website? Zu befürchten ist, dass die gedruckte Version des Buches bereits so gut ist, dass die zusätzlichen 29 Rezepte nicht gebraucht werden und die Internetversion damit überflüssig ist.
Sehr empfehlenswerte Anschaffung für die Lagervorbereitung. Für deutsche Käuferinnen und Käufer besteht im Übrigen kein Kaufrisiko, denn ein Küchendolmetscher auf Seite 156 erklärt was Kabis, Röhrli, Cervelats, Schabziger oder Guetzliformen sind.
Peter Marti, August 2002.