Dani Burg.
Luzern: rexverlag, 1998.
Bei Dani Burg möchte man zur Schule gehen! So ansprechend und originell sind die Projekte, die der erfahrene Lehrer mit den Kindern und Jugendlichen seiner Klassen durchführt. Im vorliegenden Buch gibt er einige Ideen weiter.
"Ach, schon wieder so ein kurzlebiger Pädagogiktrend", meinte ein Kollege vor kurzem etwas abschätzig, als ich ihn auf die Erlebnispädagogik hin ansprach. Dass es sich bei Erlebnispädagogik wie sie der Autor des vorliegenden Buches versteht nicht um einen kurzlebigen Trend handelt, wird dem Leser von "querdurch" jedoch bald klar. Das Buch ist nämlich ein Plädoyer für die erlebnisorientierte Kinder- und Jugendarbeit, wie sie in vielen Jugendverbänden seit Jahren praktiziert wird. Und für diese erlebnisorientierte Arbeit gibt der erfahrene Autor (einst Pfadileiter, heute Vorsteher eines Internates) hier neue und originelle Ideen weiter.
Abgesehen von einer knappen Einleitung zur Befindlichkeit heutiger Jugendlicher, die ich in einigen Teilen etwas gar pessimistisch finde, ist "querdurch" ausschliesslich praxisorientiert und zeigt an Hand von 13 Kernpunkten erlebnisbetonter Pädagogik wie diese in der Praxis aussehen kann. Die vom Autor vorgestellten Projekte zeichnen sich durch Ideenreichtum aus, enthalten aber auch einfache (oft vergessene) Elemente wie "Lagerfeuerromantik", "Wanderungen" oder "gemeinsames Durchmachen einer Nacht". Alle beschriebenen Ideen wurden von Dani Burg mit Jugendlichen bereits einmal ausprobiert und sind daher "sichere Werte" für die Übernahme in die eigene Arbeit.
Auch einfache Lager und Projekte sind für Kinder und Jugendliche einmalige Erfahrungen - das weiss jeder Jugendleiter und jede Jugendleiterin aus der Praxis. Und oft sind es die Erlebnisse ausserhalb des Lagerprogramms, welche den Kindern in Erinnerung bleiben: das nächtliche Bad im Bergsee, die verregnete Wanderung, die durchwachte Nacht, die Übenachtung im Heu usw. Das Buch macht Mut, diesen ausserplanmässigen Elementen Raum zu geben und vielleicht durch die Lagerplanung sogar etwas mitzuhelfen, damit sie sich ereignen können. Heutzutage, wo sich Jugendorganisationen mit scheinbar attraktiven Trendsport-Angeboten gegenseitig zu überbieten versuchen, tut es wohl, wieder einmal zu lesen, was Kinder und Jugendliche wirklich anspricht: Erlebnisse, die den normalen Alltag durchbrechen!
Einige der vorgestellten Erlebnisse möchte man augenblicklich mit Kindern oder Jugendlichen verwirklichen. Besonders originell: ein Lager zum Thema "Ungewissheit" für Oberstufenschüler(innen), das Spiel "Sardinenbüchse", ein nächtlicher Schulhausumbau oder die Eisenbahnralley quer durch die Schweiz. Allein für diese Sammlung an Programmideen lohnt sich die Anschaffung des Buches.
Störend bei der Lektüre wirkt ein gut gemeintes, aber falsch platziertes, graphisches Gestaltungselement: die querdurch-Linie in der Seitenmitte stört den Lesefluss und ich habe es erst ab Seite 68 geschafft, die Textblöcke im richtigen Zusammenhang zu lesen. Zum Glück ist der Inhalt so flüssig geschrieben, dass man das Buch trotz dieses Mangels gerne liest.
Eine absolut lohnenswerte Anschaffung für die Gruppenbibliothek, für den Klassenlehrer, die Klassenlehrerin, den Jugendarbeiter, die Jugendarbeiterin.
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FAKTEN |
BEZUG |
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17x23 cm. |
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WERTUNG |
HINWEISE |
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Optik: modern und ansprechend, aber nicht sehr übersichtlich Inhalt: gut verständlich, ausserordentlich flüssig geschrieben und sehr praxisorientiert Nutzen: ein sehr lesenswertes Buch Einsatz: zur Planung von erlebnispädagogischen Elementen in Schule und Jugendarbeit |
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Peter Marti, Juni 1999.