Dani Burg.
Luzern: rex verlag, 2001.
Kann man Sozialkompetenz lernen? "Ja!", meint Buchautor Dani Burg und zeigt in seinem neuesten Buch, wie das im Rahmen von Schule und Jugendarbeit gelingen kann.
So ein Pech (oder Glück?) für meine 13- bis 16-jährigen Jugendlichen, dass ich dieses Buch zwei Wochen vor der Planung eines Sommerweekends rezensiere. Voraussichtlich werden meine Lagerteilnehmer nämlich in den Genuss mehrerer toller Ideen aus dem neuen Buch von Autor Dani Burg kommen. Erlebnispädagogische Elemente prägten schon bisher meine Lager und Projekte. Das vorliegende Buch hilft mir aber, mögliche Programmteile schneller zu planen und auch auf bisher vernachlässigte Punkte Rücksicht zu nehmen.
Schon mit dem 1998 ebenfalls im Rex-Verlag erschienenen Buch "querdurch" hat der erfahrene Lehrer Dani Burg für eine erlebnisorientierte Kinder- und Jugendarbeit plädiert. In seinem neuen Werk führt er seine Ideen weiter aus und hilft sowohl langjährigen Profis wie auch NeueinsteigerInnen bei der Planung von Projekten auf erlebnispädagogischer Basis.
Die Kritik gleich zu Beginn: die Gliederung und den Aufbau des Buches finde ich nicht sehr übersichtlich. Dies liegt nicht hauptsächlich an der graphischen Gestaltung, sondern an der Systematik. Aber auch graphische Elemente überzeugen nicht vollständig: Wieso werden zum Beispiel auf Seite 12 Piktogramme eingeführt, wenn sie dann doch nicht als solche gebraucht werden, weil sie auf den folgenden Seiten jeweils neben der ausgeschriebenen Erklärung stehen?
Zum Glück überzeugt das Buch aber vollständig durch den Inhalt, der einen an selber erlebte oder organisierte Projekte erinnert, für neue Ideen begeistert und (wie schon bei "querdurch") denken lässt: "Bei Dani Burg möchte man zur Schule gehen!"
Inhalt
Besonders hilfreich für eigene Unternehmungen ist das Kapitel "Baukasten". Erlebnispädagogische Projekte leben ja zu einem grossen Teil von der Motivation der Planerinnen und Planer und können so kaum 1:1 von einer Vorlage übernommen werden. Umso hilfreicher sind die Tipps in diesem Kapitel, die dabei helfen, ein eigenes Projekt auf die Beine zu stellen und trotzdem die wichtigen Punkte bei der Planung nicht aus den Augen zu verlieren. Diese wären: ein animierendes Thema zu finden (13 Ideen sind im Buch vorgestellt), eine tragende Projektstruktur zu entwickeln (sehr gute Tipps auf den Seiten 38-41) sowie einen abwechslungsreichen Detailplan zu erstellen (Hinweise auf Seite 42-47).
Damit ein Projekt erfolgreich wird, genügen diese Punkte aber nicht. Das war eines der "Aha-"Erlebnisse, die ich bei der Lektüre von "Teamstärke lernen" hatte. Ausserordentlich wichtig sind auch der Stil der Leitenden (die Seiten 48-61 sollte sich jeder Jugendarbeiter und Lehrer gross kopieren und im eigenen Büro aufhängen!!!), das Zusammenspiel aller Beteiligten sowie ein befriedigender Kontakt mit Dritten.
Einige vom Autor selber erprobte Unternehmungen werden auf den Seiten 71 bis 90 vorgestellt. Sie eignen sich nicht unbedingt zur direkten Übernahme in die eigene Arbeit, stellen jedoch Beispiele dar, wie mit dem "Baukasten" des vorangehenden Kapitels Unternehmungen geplant werden können. Wichtig sind die beiden folgenden Kapitel "Tipps", wo unter anderem dafür plädiert wird, die Ideen der eigenen Gruppe anzupassen (und nicht die Gruppe den Ideen der Leitenden) und "Reflexion/Transfer".
Das neue Buch von Dani Burg ist eine sehr lohnenswerte Anschaffung für die Planung von Ferienlagern und Projekten mit Kindern, Jugendlichen und zum Teil auch Erwachsenen. Schade, dass keine ansprechendere Form beim Aufbau und der graphischen Gestaltung gefunden wurde.
|
FAKTEN |
BEZUG |
|
17x23 cm. |
|
|
WERTUNG |
HINWEISE |
|
Optik: eher konservativ, durch fehlende graphische Gliederung z.T. zu wenig übersichtlich. Inhalt: gut verständlich, praxisorientiert, ausserordentlich kompetent. Nutzen: sehr hoch. Einsatz: zur Planung von erlebnispädagogischen Projekten und Ferienlagern in Schule und Jugendarbeit. |
jugendarbeit.ch vertreibt selber keine Arbeitshilfen. Wende dich für den Bezug dieses Buches an die angegebene Bezugsquelle. Für alle Hinweise zur Aktualisierung dieser Angaben sind wir dankbar! © 2005 by pm |
Peter Marti, April 2002.