Leo Gehrig.
Verlag Pro Juventute. Zürich, 2001.
Ein sehr empfehlenswertes Buch, das nicht auf der Ebene der Information über Substanzen stehen bleibt, sondern im ersten Teil gleich noch einen allgemeinen Erziehungsratgeber mitliefert.
Kiffen ist bei Jugendlichen stark im Trend. Marihuana und Haschisch sind problemlos erhältlich - auch ohne Kontakt zur Drogenszene. Die Konsumenten werden immer jünger. Kiffende Oberstufenschüler rauchen normalerweise mehrere Joints pro Tag - und verharmlosen ihren Konsum als absolut ungefährlich. Nicht zuletzt tragen die starke Medienpräsenz der Hanflobby sowie die Legalisierungsdiskussion in unserem Land zu einer Verharmlosung des Cannabiskonsums unter Jugendlichen bei.
Das vorliegende Buch nähert sich dem aktuellen Thema von ungewohnter Seite. In seinem ersten Teil widmet es sich nämlich nicht dem Kiffen selber, sondern der gesellschaftlichen Realität, in der heutige Jugendliche aufwachsen. Unter dem Titel "Weshalb Jugendliche kiffen?" gelingt dem Autor eine spannende Analyse heutiger Probleme im Erziehungsbereich. Dabei plädiert er für einen stärkeren Einfluss der Erwachsenen auf die Lebensgestaltung Jugendlicher. Allein dieser erste Teil ist eine absolut lohnenswerte Lektüre für alle pädagogisch Tätigen.
Inhalt
Vorwort
Teil 1: Weshalb Jugendliche kiffen
Teil 2: Was Eltern wissen müssen (Cannabis, Gespräche mit Konsumentinnen und Konsumenten, Was tun?, Häufig gestellte Fragen)
Teil 3: Anhang (Literaturliste, Adressen)
Der zweite Teil des Buches widmet sich anschliessend den Substanzen und einem verantwortungsvollen Umgang mit ihnen. Übermässiger Cannabiskonsum im Jugendalter ist nicht empfehlenswert. Das Buch von Leo Gehrig schafft es ohne Panikmache klar gegen jugendliches Kiffen Stellung zu nehmen. Dazu braucht es keine Verteufelung der Substanz selber. Leo Gerig tritt gar für eine Legalisierung des Cannabiskonsums auf Gesetzesebene ein. Klar spricht er sich aber gegen Cannabis vor dem 18. Lebensjahr aus, denn jüngere Jugendliche könnten Hanf nicht als Genussmittel konsumieren und der regelmässige Konsum untergrabe schleichend Selbstwertgefühl, Selbstvertrauen und Selbstbewusstsein. Ins gleiche Horn stossen (erstaunlicherweise) jüngere und ältere Cannabiskonsumenten, die sich in ehrlichen Interviews zu ihrem Konsum äussern. Gleichsam eine unverdächtige Unterstützung für den Autor, dem möglicherweise pädagogische Voreingenommenheit vorgeworfen werden könnte.
Sachlich und fundiert sind die Informationen zur Substanz, ihren Konsumformen und ihren Wirkungen. Nützlich - vor allem für Eltern - die Liste häufig gestellter Fragen zu Cannabis mit kurzen Antworten.
Der Rezensent hat durch die Lektüre des vorliegenden Buches viele Impulse für seinen Umgang mit kiffenden Jugendlichen im Jugendtreff erhalten und empfiehlt es jedem Leiter und jeder Leiterin in der Jugendarbeit.
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FAKTEN |
BEZUG |
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Format: 16 x 22.5cm. |
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WERTUNG |
HINWEISE |
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Optik: ansprechend und übersichtlich Inhalt: praxisnah, gut verständlich. Nutzen: sehr hoch. Einsatz: für Eltern mit 12-18-jährigen Kindern. |
jugendarbeit.ch vertreibt selber keine Arbeitshilfen. Wende dich für den Bezug dieses Buches an die angegebene Bezugsquelle. Für alle Hinweise zur Aktualisierung dieser Angaben sind wir dankbar! © 2001 by pm |
Peter Marti, Zürich, November 2001.