Mit Jugendlichen einen Kurzfilm drehen: Filmen und Nachbearbeiten

1. Schritt: Einführung (Gesamtgruppe, Zeit: ca. 15 min)

Zuerst wird der Gesamtgruppe das Projekt erklärt. Es empfiehlt sich, eine grobe Themenumschreibung vorzugeben. Wir haben zum Beispiel mit einer Gruppe von 13- bis 16-jährigen Jugendlichen "Werbespots für Tee" gedreht. Möglich ist aber auch ein Musikstück in einen Videoclip zu verwandeln oder auf der Strasse Interviews zu einem bestimmten Thema einzuholen.

Das Filmen mit modernen Videokameras ist kinderleicht. Aus diesem Grund ist keine komplizierte Einführung in die Filmtechnik notwendig. Kamera wird auf "Automatik" gestellt, benötigt wird nur noch der rote Aufnahmeknopf zum Ein- und Ausschalten. Auf folgende Punkte sollten die jugendlichen Filmer aber hingewiesen werden

Eine ideale Kleingruppengrösse zum Filmen sind 4 bis 6 Jugendliche. Die Begleitung durch eine erwachsene Gruppenleiterin, einen Gruppenleiter ist sinnvoll. Pro Gruppe wird eine Kamera benötigt.

2. Schritt: Drehkonzept erarbeiten (Kleingruppe, Zeit: 30 bis 60 min)

Die Jugendlichen überlegen sich das Drehbuch ihres Kurzfilmes. Es müssen keine Dialoge auswendig gelernt werden: die Szenen werden spontan gesprochen. Wichtig ist aber ein kurzer schriftlicher Ablauf, damit das Filmen anschliessend zügig vor sich geht. Dieser kreative Gruppenprozess ist wichtig für den Film. Bei Gruppen, die sich nicht gut kennen, ist hier die Moderation durch einen Gruppenleiter, eine Gruppenleiterin hilfreich.

3. Schritt: Filmen (Kleingruppe, Zeit: 60 bis 180 min)

Der Film wird gemäss Drehbuch aufgenommen. Wichtig für die Jugendlichen ist jeweils auch das "Verkleiden" und für Mädchen das "Schminken". Für einen Kurzvideofilm sollte jedoch nicht allzuviel Zeit für die Maske verwendet werden, da Details nur bei Nahaufnahmen überhaupt erkannt werden können.

Wichtig für einen speditiven Dreh ist die Disziplin am Set. Die Schauspielenden ärgern sich ziemlich, wenn ihnen schon zum dritten Mal ein "Dreinschnorrer" die Szene verpatzt. Deshalb mit der Gruppe die Sprachregelung am Set vereinbaren. Beispiel: SchauspielerInnen stellen sich auf. "Ruhe" - "Action" (Kamera läuft) "Cut" (nächste Szene wird vorbereitet) usw.

Bei Szenen in denen Dialoge wichtig sind, muss darauf geachtet werden, dass laut und deutlich gesprochen wird!

Standbild aus unserem
"Tee-Werbe-Video" (Herbst 2000).

4. Schritt: Nachbearbeiten am iMac (Kleingruppe mit LeiterIn, Zeit: 60 bis 180 min)

a. Video von Kamera auf iMac überspielen

DV-Kassette in der Kamera an den Anfang zurückspulen. Kamera mittels Firewire-Kabel mit dem iMac verbinden. Programm "iMovie™" starten. Im Fenster erscheint die Meldung "Verbindung mit Kamera". Nun die Taste "Importieren" anklicken, der Film wird auf die Festplatte geladen.

Hinweis: Bereits ein kleiner Film benötigt 1 bis 2 GB Festplattenplatz!

b. Video mit iMovie™ schneiden, nachvertonen, mit Musik unterlegen, untertiteln etc.

Das Programm iMovie™ lässt sich sehr intuitiv bedienen und in kurzer Zeit erlernen.

Der importierte Film besteht aus einzelnen Clips, die sich in iMovie™ verschieben, kürzen, verdoppeln, überblenden etc. lassen.

Musik lässt sich direkt ab CD importieren. Eine Geräusche-Bibliothek wird bereits mitgeliefert. Für Sprachaufnahmen muss ein Mikrofon an den Macintosh angeschlossen werden.

Hinweis: Zu Beginn nicht zuviel Perfektion anstreben. Vielleicht bloss die Szenen richtig anordnen und mit einem Vorspann/Nachspann ergänzen.

c. Video vom iMac zurück auf die Videokamera spielen

iMac mit Videokamera verbinden (Firewire). Leere DV-Kassette in die Kamera einlegen. Je nach Kameramodell DV-in-Modus anwählen. Im Programm iMovie™ die Funktion "Exportieren - Kamera" auswählen. Der Film wird zurück auf die Kamera gespielt.

Hinweis: Das funktioniert nur mit einer DV-Videokamera, die mit einer DV-in Funktion ausgestattet ist!!!

5. Schritt: Vorführung

Die Videokamera lässt sich mit einem entsprechenden Kabel direkt an ein TV-Gerät oder einen Videobeamer anschliessen. Die gedrehten Filme können nun von der Gesamtgruppe gemeinsam angeschaut werden.

Viel Spass!!

jugendarbeit.ch - erstellt: 02.08.98 - geändert: 14.04.05 - © 2005 by pm